Dies ist Teil 8 der Serie “selbständiges Bildhauern”. Für einen Übersicht siehe:“Über Selbständiges Bildhauern
Vorheriger Beitrag: „Künstlerische Aspekte„.

Einführung

Da gab es noch etwas nachzuholen: Ich sagte eher locker, dass man aus einem Stein eine freie Form bekommt, indem man einfach ohne Plan loslegt. Darum zeige ich diesem Beitrag, wie ich selbst eine freie Form mache.
Bei jedem Schritt erkläre ich auch, was die Überlegungen sind und welche Alternativen es gibt.

Das Ziel dieser Beitrag

Die Absicht ist nicht, ein Meisterwerk zu schaffen. Ich möchte zeigen, wie man „frei“ Bildhauern kann. Ohne vorher zu wissen was es werden soll.

Bei jedem Schritt erkläre ich auch, was die Überlegungen sind und welche Alternativen es gibt.

Fotos sagen oft nicht genug aus, um die dreidimensionale Form des Steins zu sehen. Im folgenden Video habe ich Videos hinzugefügt, wo ich den Stein von allen Seiten zeige.

Nach jeder Bearbeitung schaue ich mir den Stein erneut an und bekomme neue Ideen, wie ich weiter vorgehen soll.
Normalerweise gibt es bei jedem Schritt mehrere Ideen, wie es weitergehen soll. Jede Wahl ist aber gut, es gibt keine „beste“ Wahl.
Manchmal bin ich mit einer Form nicht ganz zufrieden, weiß aber nicht, wie ich weiter vorgehen soll. Das ist okay, ich gehe einfach zu einem anderen Teil über. Danach kommen meist ganz natürlich neue Ideen für das Stück, das mir nicht gefällt.

Unten ist das Video der Erstellung dieser freie Form.

Music by ZakharValaha from Pixabay

Das Resultat

Unten ist der Rohstein und was daraus geworden ist.

Aus einem Rohen Stein bilde ich eine freie Form.
Vorher und nachher

Wichtig, ich selbst hatte keine Ahnung, dass dies aus diesem Stein kommen würde. Ich habe also nicht auf eine bestimmte Form hingearbeitet. Dennoch ist die Form der Figur typischerweise ein Produkt von mir. Wenn du mehr bildhauerst, wirst du feststellen, dass du ganz natürlich deine eigenen Stil hast.

Dieser Stein war ursprünglich 27x18x11 cm groß. Gewicht 8 kg. Jetzt wiegt er 3,5 kg. Alle Arbeiten bis zum Beginn des Schleifens haben mich insgesamt ca. 5 Stunden gekostet. Weitere 2,5 Stunden schleifen und polieren. Denken Sie daran, dass nicht alle im gleichen Tempo arbeiten.

Erklärung der Entscheidungen beim herstellen einer freie Form

Manche Dinge gehen im Video etwas schnell. Deshalb ein paar wichtige Dinge der Reihe nach:

  • Baue auf dem auf, was bereits als Form im Stein ist: Verstärke, was dir gefällt, entferne, was dir nicht gefällt.
  • Wenn der Stein sehr unregelmäßig ist, kannst du am besten etwas von der Unruhe entfernen, indem du einige Unebenheiten und Wölbungen glättest. Dann bekommt man eine bessere Sicht auf der Form der Stein.
  • Versuche die Formen über mehrere Seiten laufen zu lassen. Wenn du auf jeder Seite des Steins lose Formen machst, wird es keine Einheit und die ursprüngliche Form des Steins ist aus der Ferne betrachtet unverändert. Das sieht oft nicht so gut aus. Es ist besser, dem ganzen Stein eine andere Form zu geben (ohne ihn viel kleiner zu machen).

Negative Formen und Volumen

  • Üblicherweise beginnt man damit, Dellen oder Rillen zu vertiefen. Das ist logisch, schließlich muss Stein weg. Damit macht du, was ich „negative Formen“ nenne (eine Rille ist ein Hohlraum: Luft, kein Stein), während es darum geht was stehen bleibt.
  • Besonders wenn du mit „Negative Formen“ arbeitst, wird es schwierig, Forme über den ganzen Stein zu machen.
  • Volumen (z. B. ein Kugel) laufen von Nautur aus über mehr Seiten des Steins.
  • Nur Negativformen ergeben oft kein ansprechendes Bild. Es ist dann wichtig, nicht nur „Negativformen“, sondern auch „Volumen“ aus dem Stein zu machen (wie unten im Beispielstein).
  • Die meisten Tiere haben konvexe Formen („Volumen“). Wenn du konvexe Formen machst, bekommst du daher schneller eine Assoziation mit etwas Lebendigem, mit etwas Weichem.
Volumen und Holhformen bein herstellen einer freie Form

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