Arbeiten nach Vorbild

Dies ist Teil 9 der Serie “selbständiges Bildhauern”. Für einen Übersicht siehe:“Über Selbständiges Bildhauern
Vorheriger Beitrag: „
Freie Form herstellen„.

Mit dem bisher Besprochenen (Teile 1 bis 8 dieser Serie) kann man schon viel erzielen. Das heißt: Solange du Skulpturen ohne Vorlage oder Plan machst.
Für viele ist das entweder zu unsicher (einfach ohne Plan anzufangen) oder unbefriedigend (weil man etwas Figuratives machen oder nach einem Beispiel arbeiten möchte).

Jetzt könnte ich zB. zeigen, wie man eine Eule macht. Dann würdest du einen Trick lernen (dann kannst du Eulen machen, aber sonst wenig). Ich bin nicht Bob Ross. Deshalb beschreibe ich in diesem Blog eine allgemeine Methode, mit der du beliebige Formen herstellen kannst.

Blöcke und Kartoffeln.

Im Beitrag „Erste Technik“ habe ich eine Tropfenform gemacht. Ich habe das aus einem geraden Mergelblock gemacht. Wenn man die gleiche Form aus einem anderen weichen Stein fertigen möchte, wirst du feststellen, dass Speckstein und weicherer Serpentin nur in unförmigen Brocken angeboten werden.
Das liegt daran, dass diese Steine ​​von Hand aus dem Felsen gebrochen werden.
Weißer Alabaster ist dann etwa die weichste Steinart, die gesägt geliefert wird.
Allerdings ist er deutlich härter als Speckstein.

Wer also die gleiche Tropfenform aus Speckstein fertigen möchte, sollte zunächst genau hinsehen:

Gibt es einen Stein im Vorrat, der ungefähr die richtige Größe und Form hat? Und: Was bestimmt die Größe der Form, die du herstellen möchtest?
Hier verguckt man sich schnell: Die „Spitzen“ der Berglandschaft des Steins bestimmen dein Bild. Aber: Es sind die „Täler“, die bestimmen, was man daraus machen kann! Das geht oft schief: Dann bleibt irgendwo in deiner Skulptur eine unordentliche Delle, die man nicht loswerden kann, ohne die gesamte Form zu verkleinern. Oder die Beine des gewünschten Tieres sind nicht mehr dran: „Der Stein ist zu klein“.

Im Video unten zeige ich, wie das für den Tropfen funktioniert, wenn wir ihn aus einem Stück Speckstein machen.

Music by ZakharValaha from Pixabay

Du kannst an diesem Beispiel sehen, dass es viel einfacher ist, deine Form aus einem blockförmige Stein zu erhalten als aus einem formlosen Brocken.
Insgesamt habe ich an diesem Tropfen etwa anderthalb Stunden gearbeitet, während der Mergeltropfen in eine Viertelstunde fertig war.

Beispiel und Studie

Um beurteilen zu können, ob dein unförmiger Stein (in Bezug auf Größe und Form) für die Herstellung deiner Skulptur geeignet ist, solltest du eine klare Vorstellung davon haben, wie deine Skulptur in 3D aussehen soll. Du brauchst ein Beispiel, besonders wenn du anfängst mit Bildhauern.

Es ist selten, dass jemand ein dreidimensionales Muster zu einem der Workshops mitbringt, um es anzufertigen. Also eine Statue oder ein anderes 3D-Objekt.
Viel öfter hat jemand ein Foto als Beispiel: „Das will ich machen“. Meine Frage ist immer: hast du auch ein (oder mehrere) Foto(s), wie das von der anderen Seite(n) aussieht? Denn wenn man nicht weiß, wie es von allen Seiten aussieht, wird es schwierig. Wir müssen von 2D (Foto) zu 3D übergehen.

Wenn wir nur eine Ansicht kennen, machst du am besten zuerst eine kleine 3D-„Studie“. Das heißt: Du fertigst zunächst ein kleines Exemplar aus weichem Stein an (Ton oder Wachs geht auch).

Als je geen 3D voorbeeld hebt om naar te werken kun je zelf een 3D studie maken
2D schets (links) en de studie (was). Je ziet dat het ontwerp nog duidelijk verandert in deze omzetting.

In der Literatur wird dies als „taille indirecte“ bezeichnet. Dies ist das Gegenteil von „taille directe“, wo man sofort beginnt, ohne vorheriges Studium für die endgültige Skulptur in den Stein zu Meißeln.

Diese indirekte Methode ist natürlich eine (erhebliche) Hürde: Am liebsten fängst du gleich mit deinem großen Stein an. Aber der Aufwand lohnt sich. Beim fertigen der Studie musstest du schon viele Probleme lösen. Dies gilt auf jeden Fall, wenn du deine Studie in abtragender Technik gefertigt hast. Mergel ist dafür ideal.

Methodisch arbeiten

Einführung

Vorausgesetzt: mit methodisch arbeiten meine ich das Erlernen einer Methode, mit der man jede beliebige Form herstellen kann. Also nicht: „so macht man eine Eule“ und dann: „so macht man eine Katze“ usw. Es gibt spezifische Probleme, wenn man zum Beispiel eine Katze machen will, aber sie sind nicht das Wesen einer Methode.

Der Anfang einer Skulptur ist immer schwierig. Wir möchten so schnell wie möglich wiedererkennbare Formen sehen. Wenn wir also ein Gesicht machen wollen, tendieren wir dazu, mit Mund, Nase und Augen anzufangen. Leider landen sie selten an der richtigen Stelle, sie müssen ihren Platz viel tiefer im Stein finden. Und oft verschoben werden. (Näher zusammen oder weiter auseinander).

Du kannst dieses Problem im Video einer Arbeit sehen. Von vorne sieht es aus wie ein Gesicht, aber es hat etwas Merkwürdiges. Von der Seite sieht man das Problem: Alles liegt etwa in der Frontfläche. Das ist immer noch fast 2-dimensional. Die runde Grundform fehlt. Ich nenne das „eine Zeichnung in Stein“.

Grundform erstellen

Das erste, was du tun musst, wenn du eine Skulptur nach Vorbild erstellst, ist die Grundform machen.
Unten zeige ich ein Foto das ich auf halben Weg zur Herstellung eines Tieres gemacht habe. Du erkennst das Tier. Es wurden keine Details gemacht, alles wurde vage gehalten. Das ist wichtig, weil man so viel korrigieren kann (dazu später mehr).

Een olifant naar voorbeeld maken.

Bis der Elefant fertig ist, muss noch viel Stein entfernt werden. Aber wenn du so weit gekommen bist, kannst du die gewünschte Form im Stein erkennen. Du kannst sehen, ob die Proportionen stimmen und gegebenenfalls noch was schieben. Schon ist man der „Haut“ des Tieres ganz nah und kann Details wie Augen und Rüssel an die richtige Stelle setzen. Das heißt: langsam Stein entfernen, um Details sichtbar zu machen.

Der schwierigste Teil ist hier erledigt.

Die zentrale Frage ist: Wie bist du so weit gekommen? Das ist, was eine Methode dich lehren kann.

Der nächste Beitrag handelt davon.

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